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Bundle Up | Stadt-und klimagerechte Letzte Meile-Lösungen im Immobilienbestand

Die Di­gi­ta­li­sie­rung unserer Wirtschaft und Gesell­schaft bedeutet für die Kommunen und den Handel einen tiefgreifenden Umbruch. Der Onlinehandel entkoppelt den Einkauf von den Geschäften und Stadtzentren und führt – forciert durch die Corona-Pandemie – zu einer Umsatzverschiebung vom stationären Handel in das Internet. Die Folge sind ein kontinuierlich wachsendes Paket- und Lieferverkehrsaufkommen. Gleichzeitig sind die Zentren und der dort ansässige stationäre Handel durch Frequenzverluste geprägt. Um diesen He­raus­for­de­run­gen zu be­geg­nen, arbeiten die TU Dort­mund – Fachgebiet Stadt- und Regionalplanung – und die IHK Mittleres Ruhrgebiet ge­mein­sam mit ver­schie­de­nen Praxispartner*innen im Zuge des Projekts Bundle Up an Alternativkonzepten zur konventionellen Haustürzustellung.

Laufzeit: 7/2020 - 8/2022

Ziel

Bundle Up ist ein in hohem Maße inter- und transdisziplinäres Projekt, das sich mit innovativen Lösungsansätzen für die Letzte Meile in un­ter­schied­lichen Stadt- bzw. Quartiers- und Immobilientypen befasst. Im Fokus stehen Konzepte, die die Angebote verschiedener Zustelldienste bündeln und durch ergänzende Service-Funktionen Synergien für die Zentren schaffen und Verkehre für die Haustürzustellung reduzieren können.

Modelle im Projektkontext - schematische Darstellung © Projekt Bundle Up
Modelle im Projektkontext

Vorgehen

Den Untersuchungs- und Projektierungsraum im Projekt Bundle Up bildete der inmitten der Metropolregion Ruhr gelegene Bezirk der Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet mit den Oberzentren Bochum und Herne sowie den Mittelzentren Witten und Hattingen. Die vier unterschiedlich großen und sozioökomisch sowie geographisch heterogenen Kommunen bildeten einen idealen Kreativraum für die Arbeit mit unterschiedlichen Stadt- und Raumtypen. Je Kommune wurde im Laufe der Projektlaufzeit exemplarisch ein Standort bzw. einen Immobilie ausgewählt, auf die ein Bundle Point projiziert wurde.

Die von der TU Dortmund und der IHK Mittleres Ruhrgebiet gesteuerte inter- und transdisziplinäre Projektarbeit wurde durch einen Kreis assozierter Partner*innen begleitet. Darin vertreten waren Mitarbeitende von Kommunen, Interessenverbänden des Handels, der Gewerbetreibenden und der KEP-Dienste, aus der Immobilienprojektentwicklung und dem Centermanagement sowie auf die Letzte Meile spezialisierten Start-Ups unterschiedlicher Branchen. Zentrales Element der ko-kreativen Arbeit war das Design Thinking, ein strukturiertes methodisches Vorgehen zur Entwicklung neuer Ideen und Produkte. Ziel dabei ist es, in inter- und transdisziplinärer Teamarbeit kreative und innovative Lösungen für komplexe Aufgaben zu finden, die aus Sicht der Nutzenden überzeugen.

Die Erkundung des Problemraums im Projekt Bundle Up fokussierte ausgehend von den aktuellen Herausforderungen in den Stadtzentren und im urbanen Zustellverkehr mögliche Referenzprojekte zur Reorganisation der Letzten Meile und Anforderungen potenzieller Nutzer*innen an Bundle Points. Es folgte die Diskussion um potenzielle Angebote und Services der Bundle Points, die Konzeptentwicklung und Prototypenentwicklung, die Diskussion der Projektergebnisse in standortbezogenen Workshops sowie im Kreis der assoziierten Partner*innen und die Formulierung von Umsetzempfehlungen einschließlich der Erstellung einer Vorlage für einen Business Plan.

Arbeitspakete und Vorgehen im Forschungsprojekt © Projekt Bundle Up
Arbeitspakete und Vorgehen im Forschungsprojekt

Ergebnisse

Im Projekt Bundle Up wurden drei unterschiedliche Konzepttypen entwickelt, die dazu beitragen sollen, auf der Letzte Meile Zustellverkehre zu reduzieren und neue Synergien für die Stadtzentren und den stationären Einzelhandel in den Zentren zu schaffen:

  • Pick Up Stores bilden ein neues Betriebskonzept für ehemalige Ladengeschäfte. Sie umfassen eine moderne, software-gesteuerte White-Label-Paketstation (Paket- und Warenschließfachsystem) mit ergänzenden Services und Dienstleistungen. Sie sind sowohl für Highstreet-Immobilien als auch für Shopping Center denkbar.
  • Pick Up Depots sind als Kombination aus Pick Up Store und Mikro Depot konzipiert. Hier wird das Endkundengeschäft mit einer Umverteilung von Sendungen für die Letzte Meile auf emissionsarme Fahrzeuge verknüpft.
  • Pick Up Trailer sind mobile Paketstationen.
Konzepttypen Bundle Points © TU Dortmund​/​SRP

Zur Vorstellung der Prototypen wurde ein Erklärfilm erstellt.

Zudem wurden für die Umsetzung der Prototypen in die Praxis wurden Umsatzempfehlungen formuliert. Sie fokussieren Anforderungen an das Konzept und die Betreibenden, Standortrahmenbedingungen, die Integration von KEP-Diensten und lokalen Unternehmen, Fragen der IT-Integration, Zustellfahrzeuge, rechtliche Rahmenbedingungen, Fragen des Projektmanagements und der Projektförderung. Sie richten sich an Mitarbeitende in Stadtplanungs-, Bau- und Wirtschaftsförderungsabteilungen, potenzielle Betreibende für Bundle Points, Immobilienbesitzende und Centerbetreibende sowie Intermediäre bei Wirtschafts- und Werbegemeinschaften, im Citymanagement und Stadtmarketing, bei Industrie- und Handelskammern und bei Einzelhandelsverbänden.

Die erstellte Vorlage für einen Business Plan soll potenziellen Betreibenden den Start mit einem Bundle Point erleichtern.


Konsortium

Projektpartner*innen & Förderung

Verbundpartner

  • IHK Mittleres Ruhrgebiet

Weitere assoziierte Partner

Apleona Real Estate Management - Bochum Wirtschaftsentwicklung - Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP) - e-cargo Gesell­schaft kommunale Elektromobilität - ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG - Handelsverband Ruhr-Lippe - Initiative Bochumer City (IBO) - Kintyre Management GmbH - Landmarken AG - ParcelLock GmbH - pickshare GmbH - Pick-up Space -  Stadt + Handel Beckmann und Föhrer Stadtplaner PartGmbB - Stadt Hattingen - Stadt Herne - Stadt Witten - Vivamo GmbH - Wirschaftsförderungsgesellschaft Herne (WFG)

Gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen.

Ergänzend unterstützt durch

  • Landmarken AG
  • Handelsverband Nordrhein-Westfalen Ruhr-Lippe
Kontakt

Ansprechpersonen

TU Dortmund
Fakultät Raumplanung
Stadt- und Regionalplanung
Dipl.-Ing. Nina Hangebruch
 

 

Downloadbereich

Infomaterial & Berichte

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.