Neue Veröffentlichung: SRPaper zu digitalen Zwillingen in der Stadtplanung

Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für die Planung und Entwicklung unserer Städte. Ein neues und zentrales Instrument in diesem Kontext sind digitale Zwillinge: virtuelle Abbilder von Städten und Räumen, die es ermöglichen, komplexe Datenbestände und Zusammenhänge sichtbar zu machen, Planungsprozesse und Szenarien zu simulieren und Entscheidungen auf einer datenbasierten Grundlage zu unterstützen. Digitale Zwillinge bilden urbane Räume mithilfe von Geodaten, Sensordaten, Verwaltungsinformationen und weiteren Datenquellen digital ab. Die Publikation leistet damit einen Beitrag zu den im Projekt EKLIPS3plus1 bearbeiteten Fragen einer zukunftsorientierten und klimaresilienten Stadtentwicklung.
Die Steckbriefsammlung betrachtet nationale und internationale Projekte und fokussiert drei zentrale Anwendungsfelder:
- Klimaanpassung: Digitale Zwillinge können beispielsweise Hitzeinseln, Verschattung, Luftströmungen oder Starkregenrisiken analysieren. So lassen sich Maßnahmen für eine klimaresiliente Stadtentwicklung frühzeitig in Planungsprozesse einbeziehen
- Planungsbeschleunigung: Digitale 3D-Stadtmodelle erleichtern es, verschiedene Planungsvarianten zu visualisieren, Auswirkungen zu vergleichen und die Abstimmung zwischen Verwaltung, Planung und weiteren Beteiligten zu unterstützen.
- Bürger:innenbeteiligung: Interaktive Karten, 3D-Visualisierungen und digitale Informationsangebote können Stadtentwicklungsprojekte verständlicher vermitteln und neue Formen der Beteiligung ermöglichen.
Die zusammengestellten Beispiele zeigen, dass digitale Zwillinge zwar große Potenziale bieten, ihr Nutzen aber von einer verlässlichen technischen Infrastruktur, hochwertigen und aktuellen Daten sowie einer langfristigen Verankerung in kommunalen Prozessen abhängt. Auch Datenschutz, Finanzierung und die kontinuierliche Pflege der Systeme bleiben wichtige Herausforderungen. Das SRPaper Nr. 9 bietet damit einen strukturierten Überblick über bestehende Ansätze und gibt im Kontext des Forschungsprojekts EKLIPS3plus1 Impulse für den Einsatz digitaler Zwillinge in einer datenbasierten, klimaresilienten und partizipativen Stadtentwicklung.
Autor:innen des Beitrags sind Isabelle Bohné, Frank Othengrafen und Lars Sievers.
Die Publikation ist im Open Access über Eldorado, das Repositorium der TU Dortmund, verfügbar:
EKLIPS3plus1 wird im Rahmen der Förderrichtlinie “Planungsbeschleunigung für die Klimaanpassung mit Urbanen Digitalen Zwillingen” durch Mittel des Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und finanziert (Förderkennzeichen 01LR2502J).
