Zum Inhalt
M.SC. RAUM­PLA­NUNG

Aktuelle Seminare

Kopf oder Zahl, Pflicht oder Wahl? – Werte und Bewerten in politischen Raumplanungsprozessen

Beschreibung

Aufgabe von Stadt- und Regionalplanung ist es, die zukünftige (räumliche) Entwicklung einer Stadt an gesellschaftlichen Zielen auszurichten und vorausschauend Lösungen für die zukünftige Verteilung von Bevölkerung, Funktionen/Landnutzungen und Ressourcen zu finden. Dafür erarbeiten Planer*innen unter Berücksichtigung verschiedener Interessen und unter gerechter Abwägung aller öffentlichen und privaten Belange passende Planungskonzepte. Das beinhaltet immer auch die Entwicklung von Planungsalternativen, die für die Neugestaltung oder Entwicklung eines Gebietes in Betracht kommen. Grundlage hierfür bietet das Baugesetzbuch. Allerdings sind die gesetzlichen Vorgaben eher von rahmengebenden Charakter: Abwägungsbedürftige Begriffe wie „möglichst“, „angemessen“, „erforderlich“, „erheblich“ können in der Praxis unterschiedlich interpretiert werden und zu unterschiedlichen Entscheidungen führen. So liegen sowohl die Bewertung von Planungsalternativen als auch die Abwägung öffentlicher und privater Belange nach § 1(7) BauGB weitgehend im Ermessen der Planer*innen. Hinzu kommt, dass das Abwägen von Argumenten und das Bewerten von Planungsalternativen fast durchweg in Situationen erfolgt, in denen Informationen unvollständig sind, das Wissen partiell und vergänglich ist, politische Mehrheiten wechseln (können), Nutzungs- und Wertkonflikte vorliegen und die Handlungsspielräume von Planer*innen begrenzt sind.

Ziel des Seminars ist es, die Teilnehmer*innen mit Werten und dem Bewerten in politischen Raumplanungsprozessen vertraut zu machen. Der Prozess der Entscheidungsfindung wird durch Werte beeinflusst, denn alle Handlungen spiegeln stets gewisse Wertehaltungen wider. Werte sind zwar nicht die einzigen relevanten Einflussfaktoren, dennoch ist es wichtig, sich mit diesen oft impliziten Elementen auseinanderzusetzen. Dadurch können zum Beispiel Entscheidungsfindungsprozesse transparent(er) gestaltet werden. Bleibt die Dimension der Werte übersehen oder wird gar ignoriert, wird sie nicht einfach verschwinden – eine wertefreie Planung ist weder in der Theorie noch in der Praxis möglich – stattdessen können sich beispielsweise willkürliche Annahmen und unreflektierte Machtverhältnisse in Entscheidungsprozessen manifestieren (Campbell 2002; Klosterman 1983).

Mit den Gründen dafür werden wir uns im Seminar beschäftigen. Dafür befassen wir uns zum einen mit der Abwägung, Alternativenbewertung und -auswahl. Wie werden die Prozesse in der Literatur beschrieben? Wie sehen sie in der Praxis aus? Zum anderen wenden wir uns Werten als handlungsleitende Elemente zu. Was sind Werte? Welche Werte spielen in Abwägungsprozessen eine Rolle? Wie gehen Planer*innen und sonstige Akteur*innen in Planungsprozessen mit (divergierenden) Wertfragen um? In diesem Kontext setzen wir uns mit den planerischen Methoden auseinander und verbinden das Wissen über Werte mit der praktischen Umsetzung. Welche Methoden stehen Planer*innen bei der Abwägung und der Alternativenbewertungen und -auswahl zur Verfügung? Welche Wirkungen bzw. Vor- und Nachteile haben unterschiedliche (raumplanerische) Bewertungs- und Entscheidungsmethoden bezogen auf den Umgang mit Alternativen? Welchen Einfluss haben Werte dabei? Wie können diese Methoden weiterentwickelt werden?

Dafür kombinieren wir im Seminar Elemente der klassischen Literaturarbeit mit unterschiedlichen interaktiven Elementen (Planspiele/Experimente etc.) und Vorträgen von Planungspraktiker*innen. Ziel ist es, in einen intensiven Austausch über Abwägungsprozesse in Theorie und Praxis kommen und die Teilnehmer*innen in die Lage zu versetzen, planerische Abwägungsentscheidungen hinsichtlich ihrer Angemessenheit beurteilen zu können, indem die zugrundeliegenden Werte identifiziert und anhand von moralischen Begründungsmustern, planerischen Bewertungs- und Entscheidungsmethoden evaluiert und in den Gesamtzusammenhang eingeordnet werden.

Lehr­ver­an­stal­tung im LSF

Lehrpersonen: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Frank Othengrafen; Sabine Bongers-Römer, M.Sc.; Julija Bakunowitsch, M.Sc.

 

Urban sustainable transition - Using urban challenges as a driver for sustainable urban development

Beschreibung:

Transition to more sustainability is one of the great social challenges of our time. Consequently, sustainable urban transformation stresses structural transition processes (understood here as multidimensional and radical changes) that promote sustainable urban development processes. Furthermore, transition towards sustainability is a social process that should overcome lock-in effects and path dependencies of past developments through innovative ideas and approaches. This includes both, sustainable development in neighbourhoods and the (sustainable) development or transformation of neighbourhoods.

This seminar will cope with strategies and approaches how to create sustainable cities for the future. By using urban challenges (e.g. public health, resilience, affordable or co-housing) as a driver for sustainable urban developments, the students will learn how innovative ideas and approaches emerge, how these ideas contribute to the sustainable transition of cities but also how difficult it is to implement new ideas in practice. In total, the seminar puts emphasis on the interfaces and boundaries of strategic spatial planning and sustainable transitions by ‘connecting’ transition theories, urban planning theories, governance approaches, urban planning policy styles and (planning) examples from practice. The examples, among other, will cover ‘themes’ and initiatives such as the (sustainable) regeneration of neighbourhoods, the temporary use of spaces, co-housing initiatives or resilient neighbourhoods and will then theoretically be reflected.

Lehrveranstaltung im LSF

Lehrperson: Univ.-Prof. Dr.-Ing. Frank Othengrafen

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 15- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.